|

Wissen, Widerstand, Selbstbestimmung – die Geschichte der Frauengesundheitsbewegung

Vortrag am 26. September 2026, 16 Uhr

Veranstaltungsort: HP7, Hans-Poeche-Straße 7, 04103 Leipzig

Seit den frühen 1970er Jahren stellte die Frauengesundheitsbewegung die patriarchalen Grundlagen von Medizin und Gesundheitsversorgung radikal infrage. Aus den Kämpfen gegen den § 218, aus feministischen Selbsthilfegruppen und neu gegründeten Frauengesundheitszentren entstand eine Bewegung, die den weiblichen Körper nicht länger als Objekt ärztlicher Deutung und Kontrolle akzeptierte. Ihr Anspruch war revolutionär: Frauen sollten sich Wissen über ihren eigenen Körper aneignen, medizinische Entscheidungen selbstbestimmt treffen und die Definitionsmacht von Ärzteschaft, Pharmaindustrie und staatlichen Institutionen aufbrechen. Publikationen wie das „Frauenhandbuch“, „Hexengeflüster“ und die Zeitschrift „Clio“ schufen dafür eine eigenständige feministische Öffentlichkeit. Der Vortrag von Dr. Jessica Bock zeichnet die Akteurinnen, Themen und Netzwerke dieser Bewegung nach und zeigt, wie sie die medizinische Wissenskultur nachhaltig veränderte – und damit wichtige Voraussetzungen für heutige Debatten um Gendermedizin, reproduktive Rechte und körperliche Selbstbestimmung schuf.

Mehr Infos: https://kollektiv-zwischenraeume.de/

Ähnliche Beiträge